Kreatives Sehen lernen

Was ist kreatives Sehen? Wenn wir fotografieren, tun wir das meistens, um Dinge um uns herum im Bild festzuhalten, seien es nun Sehenswürdigkeiten, Menschen, die wir kennen oder der Familienhund. Das ist wichtig für unser Lernen und schult unser Auge.

Irgendwann schleicht sich jedoch eine Langeweile in diesen Prozess ein und wir wollen anders fotografieren. Wie geht man dabei am besten vor? Unser Problem besteht darin, dass wir alle vorgefertigte Ideen haben, wie etwas aussehen soll, die in unserem Gehirn fest verankert sind. Dieser Automatismus muss durchbrochen werden. Wir müssen wieder zu der unschuldigen Sichtweise eines Kindes zurückfinden.

Kreatives Sehen trainieren

Ein Ansatz besteht darin, sich in die Welt des Motivs begeben, das wir fotografieren wollen, zum Beispiel:

  •  Wie sieht die Welt aus der Sicht der Schnecke aus?
  • Bemühe dich, Alltagsgegenstände mal anders zu sehen als sonst, ändere deinen Standpunkt. Konzentriere dich darauf, was du betonen willst und lasse den Rest einfach weg
  • Wer hat eigentlich gesagt, man solle nie gegen die Sonne fotografieren? Tun wir das einfach mal und spielen mit den Silhouetten.
  • Verschiebe den Horizont wohin du willst, vergiss den goldenen Schnitt.
  • Drehe die Kamera auch mal, es ergeben sich andere Sichtweisen durch den Sucher. Zwischen horizontaler und vertikaler Position liegt eine ganze Welt.

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Strukturiertes Vorgehen

Ein weiterer Ansatz, sich Kreatives Sehen anzutrainieren und zu fotografieren ist es, sich ein Motto zu wählen, das man dann versucht umzusetzen. Man sollte nicht den Fehler machen, Kreativität mit absoluter Freiheit gleichzusetzen.  Kreativität sollte trotz allem auch zielgerichtet sein, denn nichts ist frustrierender als zu warten und nicht zu wissen worauf… Daher kann man sich zum Beispiel ein Thema wie die folgenden vorgeben:

  • Fotografieren in düsterem Licht
  • Menschen beim Essen
  • Action-pur
  • Gestikulation
  • Eine Stimmung vermitteln (z.B. Freude,…)

Denn wenn man ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, wird man die passende Situation eher finden als wenn man ins Blaue hinein fotografiert. Und wenn wir kreative Einfälle haben (und keine Kamera dabei, was leider die Regel ist…) dann sollten wir uns unsere Ideen zumindest immer notieren können.

Üben ist der Schlüssel zum kreativen Sehen. Ein geübtes Auge wird intuitiv in der Lage sein, den besten Bildausschnitt zu bestimmen.

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